2008-10-29

Nichts ahnend kommt man nach Hause, und man wird empfangen mit: „Schatz, der Trockner ist kaputt!“

Wir erinnern uns:

Anfang April kam (unter anderem) die Waschmaschine. Genauer gesagt kann dieses Wunderding von Bloomberg nicht nur Wäsche waschen, sondern sie auch noch trocknen! Diese Waschmaschine habe ich damals mit Hilfe des Spediteur aufs Dach gewuchtet und von dort aus dann alleine in das Kabuff unserer Terrasse hinein.

Heute stellt Marco im Zuge des Defektes nun fest, dass das tonnenschwere Teil aufklappbare Räder hat!!! Nun, man wird immer schlauer, gell?

Egal, der Trockner-Teil der Waschmaschine trocknet nicht mehr, heute schauert es und damit kann die Wäsche nicht draußen hängen. Die Interims-Lösung ist also das verwaiste Gästezimmer, was nun als Trockenkammer fungiert, bis das Problem gelöst ist…

Wohnlich dort, oder? Und warm noch dazu, weil wir dort natürlich die Heizung an haben!

Ich habe ja nun irgend etwas mit Strom studiert und dadrin sogar meinen Doktor gemacht (mein Gott kommt mir das lange her vor, dabei bin ich noch nicht mal ein Jahr lang weg von der Uni!), also ist meine fachkundige Meinung gefragt. Die Vorgehensweise eines Ingenieurs:

  1. Freischneiden aus dem Gesamtsystem
    Sprich: Waschmaschine raus rollen. Wie einfach so etwas doch geht, wenn man sie nicht tragen muss!!!
    Naja, ich hatte die Maschine am Vormittag ja schon draußen und locker inspiziert…
  2. Subsystem
    Sprich: Seitenwände abschrauben und staunen! Ich glaube, meine alte Waschmaschine von Siemens, Baujahr 1980 sah nicht viel anders von innen aus!
    Warum sollte sie anders aussehen? Sie wäscht mit Wasser schmutzige Wäsche sauber, dabei bedient sie sich der mechanischen Kraft, die eine Edelstahltrommel, die durch einen Elektromotor angetrieben ist, an die Wäsche abgibt.
  3. Systemanalyse
    Bevor man nach dem Fehler sucht, muss man natürlich erst mal verstehen, was welcher Teil der Kiste macht!
    Gerne erwähne ich, dass ich vormittags das Ding schon locker inspiziert habe
  4. Fehlereingrenzung
    Der Fehler kann nur an folgenden Stellen liegen: Steuereinheit, Energiezufuhr, Symmetrierungskondensator, und Motor
    …oder irgendein anderes Teil halt…
    (den heraus gesprungenen Thermoschalter der Luft-Heizung finden wir ganz nebenbei auch noch…)

    1. Steuereinheit
      Sollte diese defekt sein, ist sowieso alles verloren.
      Preis Ersatzteil: ca. 1/4 Neupreis der Maschine
    2. Energiezufuhr
      Alles im Lot. Beim Durchmessen verbummeln wir einen Klemmschuh (beim Symmetrierungskondensator), den wir durch einen roten ersetzen — sieht man im Bild mit der Spiegelung leuchten!
      Ups, ist er mir doch glatt aus den Fingern gerutscht. Kleines, schlüpfriges Schei……
    3. Symmetrierungskondensator
      Hat keine dicken Backen und auch keinen Kurzschluss
    4. Motor
      Zumindest macht er keinen defekten Eindruck. Von Außen sieht man natürlich nicht so recht etwas. Mit dem Schraubendreher versuchen wir, ihn etwas zu drehen, was anfangs etwas schwer geht. Oh! Saß der etwa zu fest?
      Und DAMIT hatte Daniel den Casus Knacktus gefunden! Einfachster Strukturunwille
  5. Testlauf
    Tatsächlich, der Trockner pustet wieder!!!
    … und heizt so brav, dass Daniel sich an der thermisch energetischen Trockentrommel die Pfoten verbrennt (zumindest erschrickt er kräftig)…
  6. Fertsch :o)
    Als Ingenieur ist man trotzdem nicht fertig, es geht weiter mit:
  7. Zusammenfassung
    Wie so oft im Leben eines Ingenieurs, ist das Problem nicht elektrotechnischer Natur, sondern maschinenbaulicher! Wieder einmal beruhigend, dass ich offensichtlich das richtige studiert habe.
  8. Schlussfolgerung
    Auch, wenn man etwas nicht benutzt, kann es kaputt gehen! Zumal bei der aggressiven salzhaltigen Luft auf Mallorca.

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